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Heimatstube und Freunde

Schätze aus der Heimatstube

Foto: E. Zeh

Fahne Militärverein Liebersbronn

Anderswo wurden diese Vereinigungen auch Grenadierverein oder Landwehrverein genannt. Militärvereine haben sich in der Zeit um 1840-1914 im ganzen deutschen Reich gegründet. Besonders nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 waren die „Kriegervereine“ von nationaler Begeisterung geprägt und hatten hier ihre Hoch-Zeit.Nach den Befreiungskriegen schlossen sich ehemalige Soldaten jeden Standes zu solchen Vereinigungen zusammen.Die Reichsgründung 1871 war ein weiterer Impuls. Militärisch aktiv waren sie aber nie!

Zweck war die Pflege der patriotischen, kameradschaftlichen Gesinnung ,der ehrenvollen militärischen Bestattung von Kameraden, die Unterstützung von Hinterbliebenen, Witwen und Waisen. Größere Vereinigungen gründeten Sterbekassen, Waisenhäuser, bildeten Sanitätskolonnen für öffentliche Einsätze. Zunächst waren die Kriegervereine parteipolitisch unabhängig, zeigten lediglich ihre Verbundenheit mit dem Vaterland. Später wurden sie als Instrument zur Bekämpfung der Sozialdemokratie missbraucht.

Die Fahne des Militärvereins Liebersbronn mit den Kriegern auf der einen und dem Württemberger Wappen auf der Rückseite,ist eine Hand-Seidenstickerei.Sie wurde 1908 zur Gründung des Vereins von den Liebersbronner Frauen angefertigt. Fahnenbestimmung war die Präsentation bei öffentlichen Anlässen, z.B. Umzüge, Beerdigungen u.ä. Der Militärverein hatte seine Zusammenkünfte im Gasthaus „Hirsch“, heute Wohnhaus Krämer. Die Geschwister Krautter, Besitzer des Gasthauses und späteren Lebensmittelladens mit Bäckerei, hatten diese Fahne bis zur Übergabe an die Heimatstube ehrenvoll und mit großer Sorgfalt aufbewahrt.