Foto: FDP ES
Man muss diese Statue nicht mögen. Aber die Schmierereien sind nicht in Ordnung.
Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir uns an dieser Stelle in Esslingen lieber ein Denkmal für die mutige Marktfrau gewünscht hätten als eines für den Teufel. Denn schließlich war sie es, die dem Teufel die Stirn geboten hat.
Aber was in der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag mit der Skulptur geschehen ist, finden wir schlichtweg schäbig.
Wer eine Skulptur beschmiert oder beschädigt, übt keine legitime Kritik, sondern begeht Vandalismus.
Leider steht dieses Verhalten sinnbildlich für eine Entwicklung in unserer Gesellschaft, die uns zunehmend Sorgen bereitet. Was mir nicht gefällt, darf offenbar beschimpft, beschmiert oder gleich zerstört werden.
Andere Meinungen? Unerwünscht! Andere Vorstellungen? Nicht akzeptabel. Und wenn Entscheidungen nicht den eigenen Wünschen entsprechen, nimmt man sich eben das Recht heraus, selbst für vermeintliche Gerechtigkeit zu sorgen.
So funktioniert aber weder Demokratie noch ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander.
Wir werden uns weiterhin für die Würdigung unserer mutigen Marktfrau einsetzen. Mit Argumenten, mit Humor und gerne auch mit einer ordentlichen Portion Satire.
Aber ganz sicher nicht mit Sachbeschädigung!
Demokratie bedeutet auch, Dinge auszuhalten, die einem nicht gefallen. Diese Fähigkeit sollten wir dringend wieder lernen.

