Foto: Patrick Müller
Der Philharmonische Chor Esslingen tickt anders als vergleichbare Chöre. Er erneuert sich ständig, ohne ältere Semester „abzustoßen“. Traditionschöre ohne spezielles Profil tun sich in Sachen Nachwuchs oft schwer, während vergleichbare Konzertchöre bisweilen vom Jugendwahn befallen sind, als ob der dominante Klang jugendlicher Stimmen ein Ideal darstellen würde.
Wie gesagt, der Philharmonische Chor pendelt seit Jahren um die Marke von 100 aktiven Sängerinnen und Sängern, die in sieben unterschiedlichen Jahrzehnten zuhause sind. Die Fluktuation ist gerade im jüngeren Segment groß, der Einzugsbereich der Stimmen reicht von Korntal bis Göppingen.
Im Jahr 2000 übernahm Sabine Layer die musikalische Leitung des 1965 von Helmut Gramlich gegründeten Chores, der somit seit Jahrzehnten eine feste Größe im Esslinger Musikleben darstellt. Neben klassischen und romantischen Oratorien stehen A Cappella-Werke auf dem Programm. Auch selten gehörte Kompositionen wie das „Oratorium nach Bildern der Bibel“ von Fanny Hensel oder das „Festival Te Deum“ von Benjamin Britten zählen zum Repertoire des Chores, ebenso szenische Aufführungen wie der Beitrag zur Esslinger Stadtinszenierung Stadt im Fluss 2007, Carl Orffs „Carmina Burana“ 2010, das Projekt „OPERA!“ 2017 und Händels Oratorium „Alexanderfest“ 2018.
Besondere Erlebnisse waren die Aufführung von Mahlers 2. Symphonie in der Liederhalle Stuttgart und der Stiftskirche Tübingen sowie das Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen des Chores mit Beethovens 9. Symphonie 2015 im Esslinger Neckar Forum.
Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ am 21. Juni um 19 Uhr in der Frauenkirche Esslingen steht nach 2007 zum zweiten Mal auf dem Programm.

