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WIR und Sportplätze erhalten

Wenig Antworten zur Zukunft der Sportfläche

Foto: Jörg Sanzenbacher

Zwei junge Filmemacher und „WIR/Sportplätze erhalten“ wollten letzten Mittwoch im Vorfeld kommender Abstimmungen erfahren: Wie stehen Stadträte zum Erhalt der Sport- und Freifläche auf dem ehemaligen VfL-Post-Gelände? Wie werden die Menschen in der Pliensauvorstadt an der Entscheidung beteiligt?

 

Die Filmemacher und Jörg Sanzenbacher hatten fünf Fragen vorab verschickt. Ziel: Transparenz vor anstehenden Entscheidungen schaffen, damit Bürgerinnen und Bürger wissen, woran sie bei ihren gewählten Vertretern sind.

 

Nur wenige Ratsmitglieder waren bereit, Stellung zu beziehen. Michael Weinmann (Freie Wähler und Unternehmer im Baugewerbe) machte deutlich, dass er dort die Bebauung wolle – vor der Kamera sagen wollte er das jedoch nicht. Die CDU erschien erst gar nicht zum Gespräch und nutzte geschlossen den Rathaus-Hintereingang. Die SPD verweigerte sich ebenfalls. Im Ausschuss selbst wurde deren Linie dann doch klar: Eine Bebauung des Geländes soll vorangetrieben werden. Die Grünen lehnten Interviews ab, die AfD wollte sich bedeckt halten.

 

Offene Unterstützung für den Sportplatze-Erhalt kam lediglich von Jes Gunnesson im Namen der Linken. Er betonte die Bedeutung der Fläche als sozialer Treffpunkt – gerade für junge Menschen in der Pliensauvorstadt.

 

Dabei zeigen die Zahlen ein deutliches Ungleichgewicht: Laut Baulandsbericht könnten in Esslingen 3.028 neue Wohneinheiten entstehen, fast 21 Prozent davon in der Pliensauvorstadt – obwohl dort nur rund 7 Prozent der Bevölkerung leben. Selbst bei Erhalt der Sportfläche läge der Anteil noch bei etwa 16 Prozent.

Die zentrale Frage bleibt offen: Wie viel Verdichtung verträgt ein Stadtteil, bevor die letzten Freiräume verloren gehen?