Foto: Jörg Sanzenbacher
Die Diskussion um das VfL-Postgelände in der Pliensauvorstadt wirft Fragen zu sozialem Zusammenhalt, Jugendförderung, Gewaltprävention und Klimaschutz auf.
Das Gelände wird als frei zugängiger Bewegungs- und Begegnungsort von Jugendlichen und Familien genutzt, trotz Vernachlässigung durch die Stadt.
Jugendlichen fehlen attraktive und insbesondere begleitete Freizeitangebote. Ihre Treffpunkte verlagern sich deshalb in Hinterhöfe oder öffentliche Treppen. Dies führt zu Konflikten mit Anwohnern, insbesondere in den Nachtstunden. Neben gegenseitigen Beleidigungen wird von einzelnen Vorfällen berichtet, bei denen Jugendliche mit Luftgewehren bedroht worden seien.
Das VfL-Gelände gehört zu den wenigen kostenfreien Treffpunkte, in einem Quartier, das von sozialen Herausforderungen geprägt ist. Niedrigschwellige Freizeitangebote haben hier einen hohen gesellschaftlichen Wert. Jugendliche, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen benötigen Orte, an denen sie Orientierung und positive Vorbilder erleben.
Studien (Camino-Werkstatt, Kriminologe Pfeiffer) belegen, dass Sportvereine einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten können. Sport vermittelt Regeln, Fairness, Teamfähigkeit und Konfliktlösung. Durch die Nähe des Jugendtreffs Makarios bestehen zudem gute Voraussetzungen für eine enge Zusammenarbeit von Sport- und Jugendarbeit.
Auch ökologische Bedeutungen werden immer wichtiger. Die Pliensauvorstadt zählt aufgrund ihres hohen Versiegelungsgrades zu den hitzebelasteten Bereichen. Freiflächen übernehmen Funktionen wie Frischluftzufuhr und Temperaturausgleich.
Ihr Erhalt wird wegen zunehmender Hitzesommern selbst vom Gemeinderat als wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung angesehen.

