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Alternatives Wohnen Esslingen

Soziokratie heißt bei uns Konsent, nicht Konsens

Foto: www.alwo1.de

Wenn wir sagen, AlWo 1 ist soziokratisch organisiert, meinen wir vor allem eine Art zu entscheiden, die alltagstauglich ist. Der wichtigste Unterschied ist dieser: Wir warten nicht, bis alle begeistert zustimmen. Wir reden so lange, bis niemand mehr einen schwerwiegenden Einwand hat.

Das nennt sich Konsent. Ein Vorschlag gilt, wenn er „gut genug“ und „sicher genug zum Ausprobieren“ ist. Klingt weniger romantisch als Konsens, ist aber ziemlich solidarisch, weil auch leise Bedenken ernst genommen werden.

Wie kommt man dahin? Wir arbeiten mit klaren Vorschlägen statt Endlosdebatten. Jemand bringt eine Idee ein, dann gibt es eine kurze Runde für Verständnisfragen. Danach sammeln wir Reaktionen und schauen, ob es Einwände gibt, die wirklich schwer wiegen. Also nicht: „Ich finde das nicht perfekt“, sondern: „Damit riskieren wir etwas Wichtiges“ oder „Das funktioniert so nicht, weil …“.

Und oft hilft uns: “Können wir damit erstmal loslaufen und in einem halben Jahr nochmal draufschauen?”
So wird aus dem großen Streit um die beste Lösung ein verabredeter Testlauf. Entscheidungen werden dadurch beweglich, lernfähig und weniger dramatisch.

Soziokratie ist für uns deshalb nicht „so lange reden, bis alle dafür sind“, sondern „so entscheiden, dass alle mitgehen können“.