Foto: Lena Lux
Persönliche Patenschaften schaffen Vertrauen und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt – ein Gewinn auch für Esslingen und die Region. Als Esslinger Bundestagsabgeordneter und haushaltspolitischer Sprecher meiner Fraktion sehe ich die drohende Streichung des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen” (MsM) mit Sorge.
Das bundesweite Mentoring-Programm hat an rund 900 Standorten mehr als 280.000 Patenschaften ermöglicht, zuletzt mit rund 18 Millionen Euro jährlich gefördert. Künftig soll es nur noch mit einem Abwicklungsbudget fortgeführt werden. Ich frage mich, ob ein Programm mit so begrenzten Mitteln so viel Engagement ermöglicht, wirklich vollständig abgewickelt werden muss.
Wie wertvoll solche Angebote für unsere Region sind, zeigt Esslingens Nachbarstadt Ostfildern: Dort tragen Bürgerstiftung, Freundeskreis Asyl und Stadtverwaltung seit zehn Jahren gemeinsam ein MsM-Projekt für Integration und Begegnung – dessen Fortbestand nun auf dem Spiel steht.
Ich werde mich im weiteren Haushaltsverfahren für den Erhalt des Programms einsetzen und für Alternativen zur Streichung werben. Die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Haushaltskonsolidierung sehe ich dabei ausdrücklich. Entscheidend ist aus meiner Sicht jedoch, dass bewährte Strukturen nicht ohne ausreichenden Ersatz wegfallen.
Auch Kürzungen bei weiteren Programmen zur Demokratieförderung sind kritisch zu sehen, da sie die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen erschweren. Gerade angesichts wachsender demokratiefeindlicher Tendenzen sind verlässliche Förderstrukturen wichtig – davon profitieren auch Städte wie Esslingen, wo viele Vereine und Ehrenamtliche täglich zum Zusammenhalt beitragen.

