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Mit dem Requiem op. 72 von Heinrich v. Herzogenberg ist dem Oratorien-Verein eine echte Wiederentdeckung geglückt. Das ursprünglich 1891 komponierte Werk galt lange als verschollen, bis zu Beginn des neuen Jahrtausends eine Handschrift entdeckt und nun für die Esslinger Aufführung erstmals digitalisiert wurde. Das Werk bietet eine emotional ergreifende Vertonung der katholischen Totenmesse, die auf einem großen Orchesterapparat, einer umfangreichen und anspruchsvollen Chorpartie und tollen spätromantischen Klangfarben basiert. Eingebettet wird diese Wiederaufführung vom Begräbnisgesang op. 13 von Johannes Brahms, einem frühen Werk des berühmten Komponisten, und von der Trauermusik von Paul Hindemith für Streichorchester und Solo-Bratsche. Diese entstand spontan, als sich Hindemith in London aufhielt, während der britische König Charles V. 1936 starb. So rückt das Konzert das Thema „Leben und Tod“ aus verschiedenen musikalischen Perspektiven und unterschiedlichen Schaffensperioden der Komponisten ins Zentrum.
Wenn die Klänge der Komposition von Johannes Brahms verklungen und die Zuhörer emotional mit der inneren Verarbeitung zugange ist, betritt ein junger Mann die Bühne, der in Esslingen in dieser Weise noch nicht oft in Erscheinung getreten ist. Die Rede ist von David Neuwald. Geboren im Jahr 2009, ist Schüler am Georgii-Gymnasium Esslingen. Neben seinem Bratschenunterricht bei Gerhardt Löffler erhält er darüber hinaus Unterricht in Blockflöte und Orgel. Er wirkt in verschiedenen Ensembleprojekten mit und ist besonders im Bereich der Kirchenmusik aktiv. Zudem singt er in der Jugendkantorei Esslingen und freut sich darauf, das Konzert mitgestalten zu drüfen.

