Foto: Büro Preisendanz
Der Esslinger CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. David Preisendanz hat am Volkstrauertag für eine lebendige Erinnerungskultur geworben. „Wenn wir vergessen, was vergangen ist, verlieren wir weit mehr als die Erinnerung“, so der Politiker bei der Gedenkfeier im Forum Städtisches Klinikum Esslingen. „Wir verlieren auch das Gefühl für das, was uns in der Gegenwart bedroht und eine friedliche Zukunft gefährdet.“ Denn was lange Zeit weit weg geschienen habe, sei „jetzt plötzlich wieder da“: Vom Krieg in Europa mit Weltkrieg-Rhetorik aus Moskau bis zu Vertreibungsfantasien von extremistischen Politikern in Deutschland, die Chancen auf Spitzenämter haben. Preisendanz: „Darauf aufmerksam zu machen, heißt nicht, Angst zu machen, sondern die Augen aufzumachen. Es geht um Bewusstsein und Wachsamkeit.“ Der Christdemokrat verwies auf die in diesem Jahr verstorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die mit Blick auf die Spaltung der Gesellschaft in Deutschland zu dem Schluss gekommen ist: „So hat es damals auch angefangen. Seid vorsichtig!“ Der Volkstrauertag sei aber auch ein Tag der Versöhnung: „Er zeigt, dass an die Stelle von Menschenverachtung und Gewalt, Menschlichkeit und Frieden treten können.“ So sei das Grundgesetz mit seiner an den Anfang gestellten Menschenwürde-Garantie die Antwort auf das Nazi-Regime gewesen und habe weltweit Einfluss auf andere Verfassungen entfaltet. Und Deutschland und Frankreich, einst erbitterte Gegner, seien heute enge Partner: „Diese Versöhnung ist ein Zeichen dafür, dass Veränderung möglich ist – wenn wir den Mut haben, Brücken zu bauen und nicht Mauern; wenn wir den Mut haben, den Hass zu überwinden und Verständigung zu suchen.“ Auch im „von Gewalt so aufgeriebenen und geschundenen Nahen Osten“ gebe es „die kleinen Zeichen, die Hoffnung machen“: Wenn ein Israeli nach der Ermordung seiner Mutter durch die Hamas ihrem Erbe folge und selbst Friedensaktivist werde oder ein Palästinenser weiter Juden in seinem Haus empfange, auch wenn israelische Siedler seine Frau getötet haben. Preisendanz: „Der Volkstrauertag erinnert uns daran, dass Frieden bei uns selbst beginnt – in unserem Handeln, in unserem Miteinander und in unserer Gesellschaft. Lassen Sie uns noch mehr daran arbeiten, dass wir ein Land bleiben, das zusammenhält, das Verständnis und Toleranz für andere schafft und das Verantwortung übernimmt – für die eigene Geschichte, aber auch für die Zukunft.“

