ANZEIGE
Kategorien
Russischer Chor Esslingen e.V.

Musikalische Lichter in putinrussischer Finsternis

Foto: Laschet

Wer kann, reist aus. Solange es noch geht. Und das gilt insbesondere für die literarische und musikalische Intelligenz. Zunächst nach Berlin, später dann nach Paris oder in die USA.

Hier ist nicht die Rede von Putinrussland 2023/24. Es geht um den russischen Exodus nach den Umstürzen von 1917, die das Land vor rund 100 Jahren in einen verheerenden Bürgerkrieg und eine katastrophale Zeitenwende stürzten. Es mussten auch viele Komponisten wie Rachmaninov, Schwedov, Gretschaninov, Kedrov, Strawinskij, Archangelskij  sowie dann in spätsowjetischer Stagnationszeit Alfred Schnittke emigrieren, die wunderschöne orthodoxe Liturgien komponiert hatten, für die es im neuen atheistischen, kirchenfeindlichen Regime keinerlei Verwendung mehr gab.

Der Russische Chor Esslingen unter der Leitung von Alevtina Prokhorenko präsentiert nun sein gegenüber dem Vorjahr erweitertes Konzertprogramm mit dem für die heutige Situation der russischen Kultureliten tragisch relevanten Thema: „Aus den Kathedralen des Exils – sakrale Gesänge russischer Komponisten der Emigration“. Der nun schon mehr als 30 Jahre singende Chor mit Sänger/innen aus Deutschland, aber auch aus Russland und der Ukraine, möchte damit ein musikalisches Licht in der von Russland verbreiteten putinschen Finsternis anzünden, das vielleicht auch eine kleine Brücke in eine hoffentlich nicht allzu ferne, friedlichere Zukunft zu werfen vermag. Denn es wird ja dann irgendwie weitergehen müssen – hoffentlich.

Das Esslinger Konzert findet am Samstag, dem 27.1.2024, um 19 Uhr in der Evangelischen Hohenkreuzkirche, Seracher Str. 2 statt.

Es dauert etwas mehr als eine Stunde. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.