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SPD Esslingen

Jüdisches Leben in Esslingen

Foto: SPD

30 interessierte Esslingerinnen und Esslinger folgten der Einladung von SPD-Ortsverein und – Gemeinderatsfraktion zum Besuch der Esslinger Synagoge Im Heppächer. Andrea Klöber, SPD-Co-Vorsitzende und leitendes Mitglied im Unterstützerkreis Jüdische Kultur, betonte bei der Begrüßung, wie wichtig die Erinnerung an das jüdische Leben in Esslingen ist.

 

An der Fassade des früheren Zunfthauses der Schneider fallen zwei segnende Priesterhände ins Auge – Exponate einer Ausstellung, als das Gebäude eine private Kunstgalerie beherbergte. Die wechselvolle Geschichte des Hauses ist in Teilen noch im Innern sichtbar. Nach der Schändung und Demolierung am 10. November 1938 wurde das Gebäude von der Hitler-Jugend für deren Zwecke umgebaut und genutzt. Eine jüdische Gemeinde gab es in dieser Zeit nicht mehr, alle Menschen jüdischen Glaubens waren vertrieben oder ermordet worden. Nach Ende des Nazi-Regimes wurde das Gebäude noch einmal kurzzeitig als Synagoge für amerikanische jüdische Soldaten, Displaced Persons und jüdische Flüchtlinge genutzt. Von 1949 bis 1987 diente das Haus als Sitz des Kreisjugendrings und als Jugendhaus – bis zu dessen Umzug ins “Komma”.

 

Bereits 1949 erwarb die Stadt Esslingen das Gebäude und versprach: „Falls sich in Esslingen je einmal wieder eine jüdische Kultusgemeinde bilden sollte, verpflichtet sich die Stadt Esslingen, ihr Möglichstes zu tun, um ihr einen Raum zur Abhaltung von Gottesdiensten nachzuweisen.“ Dieses Versprechen hat sie mit der Übergabe des Gebäudes an die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg im Jahr 2012 eingelöst. Seither dient es wieder als Synagoge und Gemeindezentrum für die Jüdische Gemeinde in Esslingen.