ANZEIGE
Kategorien
Hospiz Esslingen der Ev. Gesamtkirchengemeinde

„Ich sehe mich immer noch als Lernende“

Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

„Ich merke immer, dass ich etwas Sinnvolles leiste“, erklärt Claudia Dippon. Die 59-Jährige ist von Anfang an im Team des Hospiz – ab 2014 als stellvertretende Leiterin des stationären Bereichs, seit zehn Jahren nun als dessen Leiterin. Zur Hospizarbeit stieß die gelernte Krankenschwester, die zudem eine Ausbildung zur Fachwirtin Gesundheit- und Sozialwesen absolviert hat, weil sie als ambulante Schwester einer Sozialstation oft das Gefühl hatte, zu wenig Zeit für schwerstkranke oder sterbende Menschen zu haben.

Als Leiterin des stationären Bereichs mit acht Betten und 21 Mitarbeitenden führt sie viele Beratungsgespräche und klärt bei Anfragen, ob ein Mensch ins Hospiz aufgenommen werden kann. In den Gesprächen mit Angehörigen brauche es ein offenes Ohr für deren Anliegen und Fragen. Auch der Kontakt mit Krankenhäusern, Ärztinnen und Ärzten, Sozialdiensten und anderen Beteiligten fällt, ebenso wie die Mitarbeiterführung oder Bestellungen, in ihr Aufgabengebiet. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist zudem die Zusammenarbeit mit den Ärztinnen der SAPV. 
Ihre Tätigkeit im Hospiz möchte sie mehr missen. „Es ist eine absolut sinnstiftende und sehr abwechslungsreiche Arbeit.“ Zudem bekomme man viel Wertschätzung entgegengebracht. Sie betont aber auch: „Diese Arbeit kann man nicht tun, wenn man einen ‚Job‘ machen möchte. Ich sehe mich immer noch als Lernende.“
Ihre eigene Sicht auf Leben und Sterben hat sich durch die Arbeit im Hospiz verändert: „Ich lebe mein Leben bewusster und mit großer Dankbarkeit, seit ich weiß, wie schnell es zu Ende sein kann. Und ich bemühe mich um Zufriedenheit für das, was mir geschenkt wurde.“ Vieles nehme sie heute nicht mehr als selbstverständlich.