Foto: Petra Dirscherl/pixelio.de
Seit Menschen musizieren, reden und schreiben sie über Musik. Vor ca. 4000 Jahren auf Tontafeln im Mittleren Osten beispielsweise. In etwa zur gleichen Zeit reflektierte man in China über die soziale und politische Bedeutung von Gesang und Musik. Es ging nie nur um die Musik selbst, sondern um ihre Wirkungskraft. Nicht erst unsere Zeit hat die positiven Auswirkungen von Musik auf Körper und Geist entdeckt.
Auch wenn ich kein Mediziner bin, beschäftigen mich diese Heilungsprozesse durch Musik im Körper und Geist doch regelmäßig: beim Musizieren, beim Konzertieren, Unterrichten, Komponieren und Arrangieren. Meine ersten Gehversuche am heimischen Klavier liegen über 75 Jahre zurück. Mit einem Finger war ich auf der Suche nach einer Melodie und ich habe jeden Tag eine neue gefunden. Kein Rhythmus, kein Geräusch hat mich so fasziniert wie Melodien. Und wenn mir eine besonders gut gefallen hat, mussten alle sie hören, natürlich nicht nur einmal. Später kamen die Melodien aus dem Klavierschulheft und dem Gesangbuch dazu, je mehr, desto wohler habe ich mich gefühlt, erzählten mir später meine Eltern.
Melodien besitzen eine enorme Kraft, ob sie nun Volkslied, Popsong, Thema eines sinfonischen Satzes, Leitmotiv einer Oper oder eines Films sind. Melodien gewinnen Wettbewerbe, bringen Andacht in die Kirche und Stimmung in die Bude. Wenn einmal das Kurzzeitgedächtnis nachlässt, bleibt das Musikgedächtnis oft bis zuletzt intakt. Melodien wecken Erinnerungen, holen zurück, was in der Isolation der Demenz verschwunden zu sein scheint.
Das Konzert der Concordia Wäldenbronn „Was uns bewegt“ am 10. Oktober um 17 Uhr in der Hohenkreuzkirche beschenkt Sie vom ersten Ton an mit Melodien. WL

