Foto: WIR und Sportplätze erhalten
Was verbindet uns? Unsere historische Altstadt, eine lebendige Innenstadt und die kulturelle Vielfalt? Dazu gute Verkehrsinfrastruktur, nachhaltige Mobilität und sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer? Oder klimawirksame Freiflächen, Bäume statt Versiegelung sowie funktionierende Quartiere mit Angeboten für alle – insbesondere für Jugendliche?
Besonders paradox wirkt eine aktuelle Debatte um Hitzeschutz: Im Ausschuss (ABMK) herrscht einerseits Konsens über die Notwendigkeit von Klimaanpassung und Verschattung. Auch das Hitzeschutzkonzept für Schulen (ABEB) verdeutlicht, dass wir vorausschauende Planung gegen Hitzeereignisse brauchen. Andererseits drängen mehrere Fraktionen auf rasche Bebauung von Flächen, die zur Klimaanpassung wichtig sind und wertlvollen Baumbestand besitzen. Konkret geht es um das VfL-Post Gelände, vom Bürgerausschuss völlig zu Recht als das ehemals „soziale Herz der Pliensauvorstadt“ bezeichnet, heute wieder Treffpunkt für Jugendliche, sowie Sport- und Bewegungsfläche für alle. Zudem mildert das Gelände als Kaltluftschneise Hitzeereignisse ab.
Eine Potenzialanalyse zeigt: Die Pliensauvorstadt soll einen überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs tragen. Dabei ist das Quartier bereits dicht bebaut und besitzt wenig nennenswerte Freiflächen. Wird der Stadtteil bei der Wohnbauentwicklung überfordert, während es in städtischer Hand Flächen mit deutlich weniger Konfliktpotenzial gibt?
Der Grundsatz einer lebenswerten Stadt sollte auch für die Vorstadt und deren Bewohner gelten. Wir müssen Verantwortung übernehmen und sollten nicht wertvolle Flächen unwiderruflich versiegeln, Menschen ihre sozialen Treffpunkte und Jugendlichen ihre Sportflächen nehmen.

