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BUND Bezirksgruppe Esslingen

BIOENERGIE – wo sie Sinn hat, und wo nicht

Foto: Aarón Blanco Tejedo via Unsplash

“Bioenergie” – gemeint sind damit u.a. Holz (also Stückholz, Hackschnitzel oder Pellets), sowie Biogas und Biodiesel. Hinter all dem stehen Energie-Rohstoffe, die in der Land- und Forstwirtschaft entweder als Reststoffe anfallen, oder dort gezielt angebaut werden. Und da haben wir auch schon den entscheidenden Unterschied:

* RESTSTOFFE als Energieträger zu verwerten, ist in vielen Fällen sinnvoll. So z.B. Pflanzenteile, die bei der Ernte von Kulturpflanzen mit anfallen, aber weder für Nahrungsmittelerzeugung noch für Bodenverbesserung noch als Tierstreu komplett genutzt werden können. Nehmen wir das Kartoffelkraut als Beispiel: daraus kann in einer Biogasanlage ein wertvoller, speicherfähiger Energieträger entstehen – immerhin 56 m³ Biogas pro Tonne! Weiterverarbeitet zu Biomethan, kann das ins Gasnetz eingespeist werden. Und so dazu beitragen, den Import von fossilem, umwelt- und klimaschädlichem Erdgas zurückdrängen, der uns alle extrem teuer kommt: allein im Jahr 2025 hatte Deutschland dafür 24,8 Mrd. Euro ins Ausland überwiesen!

* Aber – der gezielte Anbau von Pflanzen für die Energieproduktion – wie z.B. Mais – ist in den meisten Fällen ein volkswirtschaftliches Verlustgeschäft: das ist teuer, steht in Konkurrenz zur Nahrungsproduktion und trägt zur Auslaugung der Böden bei. Und vor allem: es ist in punkto Energiegewinnung völlig ineffektiv! Denn pro Flächeneinheit kann z.B. Photovoltaik mindestens das Dreißigfache an Energie liefern, verglichen mit dem Anbau von Energiepflanzen.

Auch deshalb ist die laut kommendem “Gebäudemodernisierungsgesetz” auferlegte Beimischung von Biogas für künftig neu eingebaute Erdgas-Heizungen eine höchst unsichere und teure Mogelpackung.