ANZEIGE
Kategorien
Die Linke Esslingen

Armut ist kein individuelles Versagen

Foto: Nicole Schmidt

Wer arm ist, ist selber schuld? Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig – dabei sprechen die Zahlen eine andere Sprache. In Deutschland gelten 16,1 Prozent der Menschen, rund 13,3 Millionen, als armutsgefährdet. In Baden-Württemberg sind es 13,2 Prozent oder 1,48 Millionen Menschen (Stand 2024/2025, MZ-SILC). Wir als Die Linke Esslingen sagen: Das ist kein Randproblem, sondern gesellschaftliche Realität, die politisches Handeln erfordert.
Konkret heißt das: Wer als Alleinlebende*r weniger als 1.376 Euro im Monat hat, gilt als armutsgefährdet. Bei Alleinerziehenden mit einem Kind liegt die Schwelle bei 1.789 Euro, bei Paaren ohne Kinder bei 2.064 Euro, bei Paaren mit zwei Kindern bei 2.890 Euro.

Auch in Esslingen sind Menschen davon betroffen. Deshalb fordern wir, dass der Gemeinderat bei jeder Kürzung mitdenkt, wen es am härtesten trifft. Wer am Existenzminimum lebt, hat keinen Puffer, wenn Kitagebühren steigen oder soziale Angebote wegfallen – solche Einschnitte lehnen wir ab.

Wir wehren uns gegen den Klassismus, der Armut zum persönlichen Versagen erklärt – „nicht angestrengt”, „selbst schuld”, „asozial”. Armut ist ein strukturelles Problem, kein Charakterfehler.

Wie ungleich Vermögen verteilt ist, zeigen einfache Zahlen: Der reicheren Hälfte der Bevölkerung gehören 99,5 Prozent des gesamten Vermögens – der ärmeren Hälfte bleiben gerade einmal 0,5 Prozent.

Wir fordern: mehr Umverteilung statt einseitiger Sparpolitik – auch hier in Esslingen. Empathie allein reicht nicht, es braucht politischen Willen.