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Philharmonischer Chor Esslingen

Als die Nacht all ihre Sterne aufgeboten hatte…

Foto: Su

… da schien sie zum Tag geworden zu sein im Konzert „Nacht und Traum“ vom Philharmonischen Chor Esslingen unter der Leitung von Sabine Layer. Es geschah bei Eriks Esenvalds Komposition „Stars“, die den Zuhörer „Zeuge der majestätischen Schönheit“ werden ließ im Klang der Glasharmonika-Akkorde und der flimmernden Stimmen des Chores, verdichtet zum undurchdringlichen Webstück. Für die Beleuchtungstechnik (Regie: Patrick Müller) war es der Höhepunkt nach all den geheimnisvollen nächtlichen Farbimpressionen, nie plakativ, stets dem Chor und den Solisten des Abends verpflichtet, um die es nachfolgend gehen soll.

Die virtuos sensible Pianistin Yu-Chieh Su, die dem Klavier Flügel(töne) verlieh und dabei eine Vielzahl von Emotionen in den Liedern von Mozart, Wolf, Grieg, Schumann, Brahms, Mendelssohn, Debussy, Strauss und Vaughan Williams ausloten musste. Sehr eindringlich gestaltete sie auch ihr Solostück „Clair de lune“ (Debussy), gab dem Licht des Mondes Zeit und Raum sich zu entfalten.

Johanna Pommranz (Sopran) und Frazan Adil Kotwal (Bariton) haben bereits auf der Opernbühne ihre Ausdrucksstärke bewiesen. Im Dämmerlicht der Esslinger Frauenkirche war die hohe Kunst des Liedgesangs gefragt. Beide fanden die richtigen Antworten – ob feinfühlige Introvertiertheit oder extrovertierte Dramatik.