Foto: Gabriele Alf-Dietz
Frauenpredigt am 26.April im Münster St. Paul mit Pastoralreferentin Claudia Schmidt, Klinikseelsorgerin
Warum eine Frauenpredigt? Das Sonntagsevangelium vom guten Hirten nach Joh 10,1-10 am Gebetstag für geistliche Berufung führt mitten hinein in die Thematik: Frauen sind nach wie vor in der Katholischen Kirche von den Ämtern ausgeschlossen und damit in der Regel von der Gemeindeleitung, der Spendung der Sakramente und der Verkündigung in der Eucharistiefeier. Damit fehlen die weibliche Sicht und Lebenserfahrung in der Auslegung der Heiligen Schrift. Aus diesem Grund hat der Kirchengemeinderat von St. Paul die Reihe „Predigt aus Frauensicht“ initiiert.
„Schauen wir weniger auf unsere Ängste, dafür mehr auf unsere Träume“ – so Claudia Schmidt in ihrer Predigt. Was das bedeutet wird uns in der reichen Bilderwelt des Evangeliums vor Augen geführt. Hier die Idylle der gut versorgten Schafe, ihr Hirte kennt sie alle bei ihrem Namen – dort die lauernde Gefahr von Dieben und Räubern. Da liegt es nahe, den Stall zuzusperren, Mauern hochzuziehen und der Angst Raum zu geben. Und Jesus als Türöffner seiner Zeit, er öffnete die Herzen, brach Grenzen auf und rief in die Freiheit. Diese Botschaft gilt heute auch uns: „Schotten wir uns nicht ab, überwinden wir unsere Ängste, suchen wir die Weite für unser Leben und haben wir Vertrauen. Leben wir unseren Traum von einer Kirche, die Mauern einreißt und Türen weit öffnet für die Charismen aller Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.“
Ein herzliches Dankeschön an Claudia Schmidt für ihre inspirierende Predigt.
Gabriele Alf-Dietz

