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Wir kümmern uns

Foto: Foto: Sabine Watzko

Marinekameradschaft “Tsingtau” Esslingen

Im Rahmen des Esslinger Kulturfestivals “Stadt im Fluss” 2024 hat der Shanty-Chor der MK “Tsingtau” das Bühnenprogramm “Kippen die Weltmeere” uraufgeführt. Umrahmt von maritimen Gesängen und afrikanischer Trommel-Musik machten wir als Kümmerer der Weltmeere in kurzen Beiträgen auf die Belastung der Meere aufmerksam. Unser Augenmerk lag dabei auf der Überfischung, Vermüllung und Erwärmung der Meere. Dafür bekamen wir viel Lob von Zuschauern, aber auch erstaunte Kommentare, die von Unwissenheit zeugen. Besonders diese Rückmeldungen haben uns veranlasst, das Projekt noch einmal zu wiederholen. Da in Baden-Württemberg viele Gambier leben, haben wir eine westafrikanische Trommelband aus Gambia mit an Bord geholt, um gemeinsam die Problematik der Überfischung aufzugreifen und auf die prekäre Lage der traditionellen Fischer in ihrer Heimat hinzuweisen. Mit riesigen Fabrikschiffen wird nicht nur in Gambia der Fisch vor der Haustür weggefischt und den einheimischen Fischern dadurch ihre existenzielle Grundlage genommen. In ihrer wirtschaftlichen Not versuchen viele Fischer mit ihren Holzbooten nach Europa zu flüchten, was oftmals dramatisch endet.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Missbrauch der Meere als Müllkippe. Wenn beispielsweise ein Tanker auseinanderbricht und dadurch massenhaft Erdöl ins Meer fließt, können Teile davon auch Küsten von Anrainerstaaten erreichen. Die betroffenen Staaten sind dann sogleich dabei, Schadensersatz für die Reinigung ihrer Küsten von den Verursachern zu fordern. Für die viel größere Menge des giftigen Öls, das auf hoher See ins Meer gelangt und sowohl Meeresflora als auch -fauna schädigt und tötet, wird jedoch keiner zur Rechenschaft gezogen und fordert auch keinen Schadensersatz. Insofern ist es sehr einfach, in böser Absicht das Meer als Müllgrube für alle möglichen Abfälle wie Plastik, Atommüll, Chemikalien und viele andere zu missbrauchen. Es ist uns ein großes Anliegen aufzuzeigen, was von unserer Art zu leben schädlich für die Meere ist. Aber darüber hinaus wollen wir auch für entsprechende Kursänderungen im Alltag werben, die jedem Einzelnen eine nachhaltige Lebensweise im Einklang mit Lebensfreude ermöglicht.

Konzert „Kippen die Weltmeere“ am 6. April 2025 um 17 Uhr im Neuen Blarer, Eintritt frei, Spenden sind willkommen