Foto: Anne Hillgärtner
Zweieinhalb Stunden Chormusik und noch immer hatte das stehend applaudierende Publikum nicht genug von „seinem“ Philharmonischen Chor, dirigiert und moderiert von Sabine Layer. Das Neue Blarer platzte aus allen Nähten, als der Galaabend mit Paukenschlägen aus dem wuchtigen Eingangschor zu Carl Orffs „Carmina Burana“ begann, ein humorvoller Übergang von der Wahlurne zur Schicksalsgöttin Fortuna. Die musikalische Reise blieb europäisch. Jacques Offenbach als Paradebeispiel deutsch-französischer Freundschaft. Der Ausflug an den Broadway mit Leonard Bernsteins „West Side Story“ und ein Zwischengang komplettierten das Programm: Wolfgang Layer hatte seine orchestralen Ringelnatz-Lieder für den Philharmonischen Chor bearbeitet, sehr zum Gefallen von Chor und Publikum, das im „Briefmarken-Kanon“ sängerisch aktiv werden durfte.
Wann hat man den Chor so gefordert gesehen wie an diesem Abend: als Frauenchor (Eugen Onegin), Männerchor (Zauberflöte, Carmina Burana), Opern-, Operetten- und Musicalchor. Sabine Layer forderte ihren festlich gekleideten Sängerinnen und Sängern eine Menge ab. Und sie brachten es – viersprachig mit Klangvolumen, Einfühlsamkeit, Operettenseligkeit, sängerischer Präzision und freundlichem Augenzwinkern. Die halbszenische Präsentation (Choreographie Sabine Layer) lockerte den Ablauf auf. Die atemberaubenden Auftritte von Elena Müller (Sopran) und Thalia Hellfritsch (Mezzo) rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin: Zwei hoffnungsvolle junge Talente, denen ein betrunkener Abt (Claus Wild) und ein gebratener Schwan (Christian Wilms) nicht nachstehen wollten. Spielfreudig und flexibel agierte das Mini-Orchester mit Yu-Chieh Su, Yu Tashiro (Klavier) und Rostislav Balciunas (Perc.)