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Liederkranz Eintracht Serach-Hohenkreuz e.V.

Singst Du schon oder liest du noch?

Foto: Thommy Weiss & Gerd Altmann_pixelio.de

Wenn ein Chorleiter diese Frage an seine Sänger stellt, kann nicht jeder gleich etwas damit anfangen. Was soll das bedeuten: Singen ohne zu lesen? Wenn ich Noten vor mir habe, bleibt mir doch gar nichts anderes übrig als diese zu lesen.

Um die Noten geht´s auch gar nicht, denn die sind für die meisten Sänger nur schmückendes „Beiwerk“, von dem bestenfalls die Auf- oder Abwärtsbewegung registriert werden, der Notenwert und die Tonhöhe. Das ist eine ganze Menge für Amateure. Für alles andere ist schließlich die Chorprobe da. Richtig!

Jeder Sänger weiß, dass die Erarbeitung eines neuen Chorsatzes in mehreren Stufen geschieht. Nachdem der Chorleiter das Stück vorgestellt und vorgespielt hat, beginnt die erste Stufe – das Lesen. Dabei geht es ausschließlich um den Text, um den Inhalt, um die einzelnen Worte. Wenn es ein mehr rhythmisch betontes Werk ist, lässt sich der Text bereits jetzt im Rhythmus lesen. Das hilft nicht nur beim Sprechen, sondern auch anschließend beim Singen. Der Idealfall ist es der, wenn zuerst andere Stimmen ihre Melodien einstudieren, bevor die eigene dran ist. Dann tut man sich schon ein ganzes Stück leichter, auch wenn die Intervalle für Tenöre anders sein werden als die für Bässe.

Wir überspringen mal eben vier Proben – vielleicht auch fünf – und machen an der Stelle weiter, an der wir vorher abgebrochen haben. Lesen Sie immer noch Texte, die Ihnen wenig vertraut sind, oder singen Sie schon Melodien, die mit den Texten so eng zusammenhängen, dass Sie dafür kein Passwort aus Buchstaben mehr benötigen? Dann erübrigt sich die Frage aus der Überschrift. Unser Männerchor probt immer Freitag 19.30 Uhr in der Mensa der Seewiesenschule, Seracherstr. 50