Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger
Sie sind ungleiche Schwestern: Die Liebfrauenkirche in Mettingen und die Frauenkirche im Stadtzentrum wurden zur gleichen Zeit und vom gleichen Baumeister – Hans Beblinger – gebaut. Der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, der die Gotteshäuser gehören, sind beide Kirchen lieb und teuer. „Uns ist es wichtig, diese historischen Kirchen zu erhalten, denn sie vermitteln Heimat und Identitätsgefühl“, sagt Dekan Bernd Weißenborn mit Blick auf die Liebfrauenkirche. Wegen ihres Turms mit vier kleinen Türmchen an den Ecken, wird die wehrhaft anmutende Kirche von den Mettingern liebevoll „Faifegrädler“ genannt. Denn von den fünf Turmspitzen sind jeweils immer nur vier zu sehen – und damit werden „fünf gerade“, erklärt Pfarrer Peter Rohde.
Ein Unwetter im Sommer 2021 riss Teile der Dachdeckung herunter und verursachte so einen Wasserschaden, der die mittelalterlichen Wandmalereinen in Mitleidenschaft zog. Die Schäden am Dach wurden damals provisorisch repariert, die Wandmalereien fachmännisch restauriert. Doch nun muss die Kirche umfassend saniert werden. Zuletzt war die Kirche Anfang der 1970er Jahre renoviert und grundlegend umgebaut worden. Jetzt müssen vor allem Schäden an der Außenfassade und am Dach beseitigt werden.Die in die Jahre gekommenen Eternitplatten, die das Kirchenschiff decken, werden auf dem südlichen Dachbereich durch mattschwarze Photovoltaikelemente ersetzt, erläutert Florain Hartmann, Leiter der Bauabteilung der Gesamtkirchengemeinde. Dazu habe der Denkmalschutz seine Einwilligung gegeben.
Die Gesamtkirchengemeinde wolle damit ein Zeichen setzen, dass auch auf historischen Gebäuden eine Photovoltaik- Anlage installiert werden kann. Und man leiste einen Beitrag zur Bewahrung er Schöpfung, sagt Weißenborn.
Etwa 525 000 Euro müssen investiert werden. Gut die Hälfte kommt von der Gesamtkirchengemeinde, den Rest steuern die Evangelische Landeskirche und der Kirchenbezirk Esslingen bei. Auch Benefizkonzerte sind geplant.