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Philharmonischer Chor Esslingen

Jubel, Trubel, Heiserkeit

Foto: Oliver Weber/pixelio.de

Dass der Philharmonische Chor Esslingen am 21. Juni ab 19 Uhr in der Esslinger Frauenkirche nicht nur den kalendarischen Sommerbeginn, sondern gleich die ganze „Schöpfung“ besingt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Zum Schöpfer dieser musikalischen „Schöpfung“ haben wir ja schon einiges in der ZWIEBEL beigesteuert.

Aber was macht eigentlich der Chor in Haydns Oratorium? Eine berechtigte Frage, denn die Rolle des Chores in der Schöpfung erschöpft sich ziemlich bald in dem, was wir unangemessen, dafür salopp „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ nennen würden, wäre da nicht genau das, was wir jedes Wochenende auf den Zuschauerrängen in den Stadien der Bundesliga erleben: Aus Sangesfreude und Heiterkeit kann sehr schnell Heiserkeit werden, wenn … das ist jetzt eine Frage an die musikalische Leiterin und „Oberstimmpflegerin“ Sabine Layer, die für ihren Chor bei den Jubelchören über die großen Taten des Schöpfers mindestens Pflegegrad 2 ausgerufen hat.

Zurück zum Anfang, zur Erschaffung des Lichts. Hier verweist der Filmkomponist Haydn all seine Nachfolger klar auf die Plätze, wenn er den Chor mit dem Satz „Und es ward Licht“ den Paukenschlag-Effekt wiederholen lässt, den er sieben Jahre zuvor erfolgreich in seiner „Paukenschlagsinfonie“ getestet hat. Wer da nicht wach wurde, hatte entweder sein Hörgerät zu Hause vergessen oder einen sehr guten Konzertschlaf. In der nachfolgenden „Arie mit Chor“ darf Chor noch ganz kurz die bösen Geister in die Dunkelheit jagen, bevor er „staatstragend“ wird: Der Himmelsbürger frohe Schar bewundert das Wunderwerk und lässt aus seinen Kehlen des Schöpfers Lob erklingen. Nächste Woche mehr davon! Wir sind doch erst am Anfang der Schöpfung.