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Es ist das Ende einer Ära: Zum Jahresanfang hat die Initiative für Flüchtlinge in RSKN ihre regelmäßige Präsenz in der Unterkunft in der Kornhalde eingestellt. Seit dem Erstbezug der beiden Holzgebäude im Juni 2016 waren die Ehrenamtlichen als Ansprechpersonen für die Bewohner:innen bei großen und kleinen Anliegen vor Ort. Dabei ging es beispielsweise um die Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen, das Vermitteln von Sprachkenntnissen sowie die Unterstützung bei der Ausbildungs-, Arbeitsplatz- und Wohnungssuche. Und immer wieder um das Entziffern von Behördenschreiben, die selbst in Deutschland Geborene nur mit Mühe verstehen.
Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten war seit Herbst 2021 die wöchentliche Teestunde im Ehrenamtsraum der Unterkunft. Diese fand nun am 5. Januar zum letzten Mal statt. »Wir können stolz sein auf das Erreichte«, sagt Hanne Schmidt, Engagierte der ersten Stunde und Koordinatorin des fünfköpfigen Teestunden-Teams. Viele ehemalige Bewohner:innen der Kornhalde sind heute bestens integriert und stehen fest im Berufsleben, die Kinder gehen zur Schule, studieren oder machen eine Ausbildung.
Über die Jahre hat sich der Charakter der Unterkunft jedoch stark gewandelt. Waren hier anfangs vor allem Familien untergebracht, wurden die beiden Häuser 2018 zu einer Anschlussunterbringung für Männer, die schon länger in Deutschland sind, sich aber auf dem Wohnungsmarkt schwertun und oft über eine unsichere Bleibeperspektive verfügen. Ein weiterer Einschnitt war der September 2025, als nach einem Brand in einer städtischen Obdachlosenunterkunft 17 wohnungslose Männer in die Kornhalde verlegt wurden.
Diesen Veränderungen möchte die Initiative nun Rechnung tragen und ein neues Kapitel ihres Engagements in RSKN aufschlagen. Am 21. Januar findet deshalb ab 19:00 Uhr im ev. Gemeindehaus in der Kelterstraße ein moderierter Ideenaustausch statt. Dazu sind alle herzlich eingeladen, denen das Thema Integration ein Anliegen ist.

