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Philharmonischer Chor Esslingen

Haydns “Schöpfung” und zwei Sonnenaufgänge

Foto: momosu/pixelio.de

Sechs Tage hat sich Gott im Alten Testament (Genesis 1,4-28) für seine Schöpfung Zeit genommen. Kritische Zungen attestieren der Kommunikation des 6. Tages gerne verbale Defizite, z.B. bei dem Wort „Untertan Machen“, das von Hardlinern mit „Ausbeuten“ übersetzt wird, während die Menschen mit etwas mehr Verstand vom „Hegen, Pflegen und zunutze Machen“ sprechen.

Für die Sängerinnen und Sänger des Philharmonischen Chores Esslingen, die Solisten und Orchestermusiker gibt es bis zum Konzert am 21. Juni 2026 nur eine einzige Interpretation für das umstrittene „Untertan Machen“: Sich die Noten, die eigene Sing- und Instrumentalstimme zu eigen zu machen. Was der Herr in sechs Tagen geschafft hat, dürfen sie auf sechs Monate verteilen, wobei einige Probenwochen schon vergangen sind.

Ein so monumentales und großartiges Werk wie Joseph Haydns „Die Schöpfung“, entstanden vor 230 Jahren in dreimal sechs Monaten zwischen 1796 – 1798, ist nichts, was man so nebenher ins Programm stellt. Sabine Layer hat das Oratorium zuletzt 2007 mit dem Philharmonischen Chor aufgeführt, ebenfalls in der Frauenkirche. Das war vor fast zwei Jahrzehnten, in denen sich die Zusammensetzung des Chores stark verändert hat. Nicht nur das! Auch Dirigenten entwickeln sich bekanntlich weiter. Dazu gehört für die künstlerische Leiterin eine ihrer spektakulärsten Aufführungen des Werkes 2013 für die Internationale Bachakademie Stuttgart. Sie erzählt darüber in den nächsten Wochen an dieser Stelle.

Unsere Überschrift spricht von einem zweiten Sonnenaufgang. Der erste findet ja bekanntlich nach dem ersten Tag, dem Schöpfungstag des Lichts statt. Mehr darüber am 16. Januar in Ihrer ZWIEBEL.