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Architects for Future

Esslingen schafft Werkzeug gegen Wohnungsnot ab

Foto: A4F Esslingen

Der Esslinger Gemeinderat hat unlängst beschlossen, das seit August 2023 bestehende Zweckentfremdungsverbot für Wohnungen aufzuheben. Damit gibt die Stadt ein wirksames, kostengünstiges und klimaschonendes Instrument zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit aus der Hand – und das, wo es gerade dringender gebraucht wird denn je.

Selbst Gutverdienende tun sich mittlerweile schwer, eine bezahlbare Wohnung in Esslingen zu finden. Allein mit Neubauten wird sich dieses Problem nicht lösen lassen – schon allein, weil praktisch alle größeren Bauprojekte sich wegen schwieriger wirtschaftlicher Randbedingungen über Jahre hinziehen, die Wohnungen aber heute gebraucht werden. Außerdem entstehen beim Bauen enorme Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen.

Der Fokus muss stattdessen darauf liegen, die Wohnungen, die es schon gibt, besser zu nutzen. Und genau dazu trägt das Zweckentfremdungsverbot bei: es zielt darauf ab, grundlos ungenutzte Wohnungen wieder auf den Markt zu bringen. Das Potenzial dafür ist beträchtlich: Laut Zensus 2022 stehen in Esslingen nahezu 900 Wohnungen schon länger als ein Jahr leer – deutlich mehr, als auf dem Roser-Areal, dem Nürk-Areal oder auf dem VfL-Post-Gelände entstehen sollen.
 

Die Architects for Future haben deshalb eine Stellungnahme verfasst, die diese Zusammenhänge genauer erläutert und die Stadtverwaltung und den Gemeinderat auffordert, die wohnungssuchenden Esslinger:innen nicht im Regen stehen zu lassen. Wer sie im Volltext lesen möchte, kann sie gerne unter esslingen@architects4future.de anfordern.
 

Gerade weil es im Moment nicht gut steht um die städtischen Finanzen, wäre es übrigens schon fast zwingend, ausreichend Mittel und Stellen für die Leerstandsaktivierung vorzusehen. Kostengünstiger kann die Stadt ganz sicher auf keinem anderen Weg Wohnraum schaffen.