Foto: Roberto Bulgrin
Überaus zufrieden zeigen sich Andreas Arndt, Direktor des Esslinger Amtsgerichts, und die Verwaltungsleiterin Birgitta Frank-Grübel mit dem Jahr, das hinter ihrer Behörde liegt. Rund 2000 Strafverfahren, 1599 Zivilsachen, 1160 Familiensachen sowie 800 Insolvenzverfahren haben die Richter im Jahr 2020 abgewickelt. Die Rückstände, die der Shutdown im vergangenen Frühjahr verursachte, seien nahezu komplett aufgeholt worden, berichten sie.
„Damals haben wir in den Familien- und Zivilsachen nur eilige Fälle und im Strafbereich nur Haft- und Führerscheinsachen bearbeitet“, erinnert sich Arndt. Ende April sei das Amtsgericht dann wieder langsam hochgefahren worden. „Wir mussten das Gericht erst einmal auf die Corona-Bedingungen umrüsten“, so Frank-Grübel. „Über Spuckschutz und Aerosole hatte man sich vorher ja noch keine Gedanken gemacht.“
Inzwischen sei es vielen der 120 Mitarbeiter möglich, einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Das Ministerium habe dafür gesorgt, dass Richter, Rechtspfleger, Notare und Geschäftsstellenmitarbeiter daheim Zugang zum Haussystem haben. „Das erleichtert es den Mitarbeitern, die Kinder betreuen müssen“, sagt Frank-Grübel. Doch einiges hat 2020 coronabedingt nicht so geklappt wie geplant, angefangen mit der Eröffnung der Wanderausstellung „Mannheim-Izieu-Auschwitz“ im Oktober, zu der neben Justizminister Guido Wolf auch Gäste erwartet wurden. Die steigenden Coronazahlen hatten die Veranstalter dann aber dazu bewegt, einen kleineren Rahmen zu wählen.