Foto: Wolfgang Hock via Dt. Wildtierstiftung
Der Igel – genauer: der Braunbrustigel *erinaceus europaeus* – war das “Wildtier des Jahres 2024” bei unserem Partnerverband NABU. Das war sehr wichtig – denn leider geht es unseren stacheligen Freundinnen und Freunden schlecht.
Der Hauptgrund: immer seltener können die Igel für sie passende Lebensräume finden! Denn – draußen auf dem Land haben maschinengerechte Agrarsteppen die für sie wichtigen Hecken, Gehölze und artenreichen Magerwiesen verdrängt. Und auch nahe der Siedlungen tun sich die Igel immer schwerer – täglich werden weitere Flächen komplett versiegelt, außerdem haben sich statt vielfältiger Gartenlandschaften sterile Schotterflächen breitgemacht.
Nicht nur aufmerksame Gärtnerinnen und Gärtner hier vor Ort, sondern auch Wildtierexperten sehen deshalb mit Sorge und Trauer, dass der Igel-Bestand fortwährend abnimmt. Tatsächlich wird der Igel auf der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands inzwischen in der Kategorie „Vorwarnliste“ geführt! Aber schlimmer noch – werden wir Menschen die Braunbrustigel weiterhin so zurückdrängen, dann wird diese uns altvertraute Art bald sogar als „gefährdet“ gelten.
Igel bräuchten draußen in der Offenlandschaft v.a. Hecken als Rückzugsort. Und in unseren Gärten bräuchten sie Winkel, in denen sich die Natur weitgehend ungestört entfalten kann – um sich zu verstecken, um im Sommer ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen, und um ab November Winterschlaf zu halten. Außerdem sollten sie hier ihre Nahrung finden: Insekten, Spinnentiere und Regenwürmer. Übrigens: dank ihrem guten Geruchssinn können sie solche Beute in einem Umfeld von einem Meter aufspüren. Und: bei der Futtersuche kann ein Igel – trotz seiner kurzen Beine! – Nacht für Nacht mehrere Kilometer zurücklegen!
Dabei ist er allerdings vielen Gefahren ausgesetzt. Aber seine Feinde sind nicht nur Dachs, Fuchs und Uhu – sondern leider auch unsere vielen, vielen Autos, sowie diese “Rasentrimmer”. Und vor allem (ganz furchtbar!!): in der Nacht aktive Mähroboter!