Foto: Kulturamt Esslingen/ Foto: Sabine Watzko
Für die MK “Tsingtau” war Stadt im Fluss eine gute Gelegenheit auf die Überlastung der Weltmeere hinzuweisen. Wir haben es mit drei Beispielen getan: Vermüllung, Erwärmung und Überfischung der Ozeane. Um die Überfischung authentischer darzustellen haben wir Esslinger Flüchtlinge aus Gambia/Westafrika, eine westafrikanische Trommelband aus Tübingen und eine Sprecherin aus Gambia in das Projekt “Rettet die Weltmeere” mit einbezogen. In Gambia sieht es so aus, dass Reeder aus Nationen wie China, der Europäischen Union usw von den Regierungen Lizenzen kaufen, die es ihnen erlauben mit ihren modernen Trawlern die nationalen Gewässer leer zu fischen. Wenn dann die afrikanischen Fischer mit ihren Booten hinaus aufs Meer ziehen, gibt es nur noch wenige Fische, die ihnen ins Netz gehen können. So wenig, dass der Verkaufserlös für den Fang niedriger ist als der Spritpreis für den Außenborder. Das treibt die Fischer in den Ruin. In ihrer wirtschaftlichen Not riskieren sie dann – teilweise mit der ganzen Familie – und ihren Holzbooten die lebensgefährliche Atlantik-Überfahrt zu den Kanarischen Inseln. Diejenigen unter ihnen, die es schaffen landen völlig entkräftet an den europäischen Sandstränden. Und in Brüssel wird dann unter Ausklammerung der Fluchtursache darüber diskutiert wie die EU-Außengrenze noch dichter gemacht werden kann.