Foto: Team Themenspaziergänge
Vier Dogmen betreffen die Mutter Jesu: 1. Gottesmutter und 2. immerwährende Jungfrau. Damals, im ersten Jahrtausend wurde noch theologisch gestritten. Im 19. Jh. dann die 3. unbefleckt Empfangene und 4. in den Himmel Aufgenommene. Jetzt wurden kraft der Unfehlbarkeit – oder der neuen Souveränität – des Papstes, so er ex cathedra spricht, die Glaubensätze vorgegeben. Dabei hatte doch schon Horaz aufgefordert: „sapere aude“ wage es weise zu sein, oder bei Kant: Bediene Dich Deines Verstands.
Detail- und kenntnisreich führte Peter Frey die ca. 20 Teilnehmerinnen (es waren drei Männer darunter) am Themenspaziergang durch die Kirchengeschichte anhand der Rezeption der Marienverehrung. Er forderte die Teilnehmerinnen auf Bildnisse Mariens im Münster zu verorten (es sind 15) und den Raum und die Bilder auf sich wirken zu lassen.
Danach ging es Schlag auf Schlag: Vor der Statue des Dominikaners Albertus Magnus kamen die Legenden der Dominikaner zur Sprache, ja auch die unbekannte Legende um Lady Godiva, als Stifterin der Rosenkränze. Als nächste Station der Kreuzweg, in dem auf vier Bildern Maria dargestellt ist. Für Martin Luther waren Glaubenssätze an die Schrift gebunden. Tun sich deshalb die evangelischen Christen so schwer mit der Marienverehrung? Weiter ging es zu den sieben Schmerzen Mariens, die in sechs Glasbildern und der Pieta im nördlichen Seitenschiff dargestellt sind, zur Mondsichelmadonna im Chor und der Interpretation als apokalyptische Frau. Zum Abschluss dann noch die Glasbilder von Wilhelm Geyer, die Maria in zwei Teilbildern darstellen: Im Süd-Ost Fenster die Geburtsszene, sowie im Westfenster Maria als die Krone des Dominikaner Ordens im Stammbaum, der von Dominikus ausgeht und über Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Petrus Martyrer zur Himmelskönigin führt, die dem Ordensgründer den Kampf gegen die Ketzer im Zeichen des Rosenkranzes anempfahl.
Ein dichter Spaziergang, eigentlich fast vier auf einmal. Vielen Dank Peter!