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Belarus: Nationalheld Nikolaj Statkevitch frei

Foto: Marina Adamovitch, Charter ’97

Drei Tage nach dem Jahrestag des Giftmordes an Aleksej Navalnyj, der an seinem Grab in Moskau von hunderten sorgfältig observierten unerschrockenen Anhängern begangen wurde, und ca. 2 Monate nach der Freilassung und Deportation Maria Kalesnikavas wurde ein für Belarus so herausragende Ereignis in Deutschland bislang nur am Rande zur Kenntnis genommen: 

Der frühere Präsidentschaftskandidat und führende Oppositionelle Nikolaj Statkevitch ist am Abend des 19. Februar nach 6 Jahren Haft in die Freiheit zu seiner Frau Marina Adamovitch nach Minsk entlassen worden. Vorangegangen waren am 21. Januar ein Schlaganfall in Haft und anschließend drei Wochen auf Intensivstation. 

Der 69-jährige Statkevitch war schon im September 2025 zusammen mit 51 Polithäftlingen freigelassen worden, hatte sich aber als Einziger der Deportation durch Verbleiben im belarussisch-litauischen Grenzbereich entzogen und war – wieder in Haft – nur unzureichend medikamentiert (z.B. Aspirin statt Xarelto) worden. 

Spätestens seit dieser Tat ist er der uneingeschränkte Nationalheld aller freien Belarussen. 

Seine Frau Marina Adamovitch schreibt: “Er hat noch Probleme mit dem Sprechen… Aber alles wird gut.” 

Natalja Radina, die Chefredakteurin der im Ausland erscheinenden belarussischen Nachrichtenplattform Charter ’97, bittet insbesondere die deutsche Botschaft in Minsk darum, sich um Statkevitch zu kümmern und ihm alle erdenkliche medizinische Hilfe auf westlichem Standard zukommen zu lassen, denn es gebe in Belarus keine Menschenrechtler oder freie oppositionelle Aktivisten mehr, die das leisten könnten.

Auch nach der Freilassung Statkevitchs bleiben tausende Belarussinnen und Belarussen in politischer Haft.