Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger
Rund 15 Jahre lang war Bernd Weißenborn Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Esslingen. Nun verabschiedet sich der Theologe, der im April 65 Jahre alt wird, aus diesem Amt. Am Sonntag, 16. Februar, wird er im Gottesdienst um 10.30 Uhr in der Esslinger Stadtkirche St. Dionys durch Prälatin Gabriele Arnold entpflichtet. Im Anschluss gibt es einen Stehempfang in der Kirche. Weißenborn übernimmt ab 1. März die Vertretung für das geschäftsführende Pfarramt in Waldenbuch.
Seine Zeit in Esslingen beschreibt Weißenborn als herausfordernd, arbeitsreich, aber erfüllend. Die Jahre seien geprägt gewesen von Umbrüchen und Strukturveränderungen. Gemeindestrukturen mussten angesichts der geringer werdenden Zahl von Pfarrstellen verändert werden. Auch im Bereich der Kinderbetreuung wurden neue Strukturen geschaffen. „Mich treiben aktuelle Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt um. Kirche klar abzugrenzen gegen alle Formen von Antisemitismus und Rechtsradikalismus war mir wichtig.“ Er habe sich stets für eine Kirche mit Willkommenskultur engagiert.
Vieles sei gelungen: Mit dem Bau des Hospiz als erstes und bisher einziges stationäres Hospiz im Landkreis wurde ein Kompetenzzentrum geschaffen, in dem ambulante und stationäre Hospizarbeit und Trauerbegleitung gebündelt sind. „Auch haben wir uns beim Thema Sterben und der Suizidassistenz klar gesellschaftspolitisch positioniert.“ Die Vesperkirche findet in diesem Jahr zum 16. Mal statt. Insgesamt zehn Jahre war Weißenborn Vorsitzender des Kreisdiakonieverbands.
In der Notwendigkeit zu Veränderungen lägen auch Chancen. „Dadurch, dass wir Verwaltungsaufgaben in der Kindergartenarbeit bündeln, geht es in diesem Feld weiter. Wenn wir Bauthemen in professionelle Hände legen, können sich Pfarrerinnen und Pfarrer auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Durch eine Fusion oder enge Zusammenarbeit von Gemeinden könne man sich stärker auf individuelle Gaben konzentrieren.