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Liederkranz Eintracht Serach-Hohenkreuz e.V.

Verleih uns Frieden gnädiglich

Foto: Rudolpho Duba/pixelio.de

Es ist November. Der Monat zwischen Vorfreude und Nachtrauern. Die Erinnerungen an einen Sommer und Herbst mit vielen schönen Ereignissen weichen nun der Trauer über unsere Verwandten und Freunde, die uns verlassen haben, und der Trauer über all jene, die wir zum größten Teil gar nicht kannten. Aber wir wissen, dass sie im guten oder schlechten Glauben nur eines im Sinn hatten – den Frieden für unser Land, unsere Familien und unsere Menschen.

Volkstrauertag: Jedes Jahr gibt er Anlass zur Trauer darüber, dass die Welt es wieder nicht geschafft hat, Frieden zu schaffen. „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine.“

Martin Luther hat der gregorianischen Antiphon aus dem Mittelalter vor knapp 500 Jahren diese zeitlose dichterische Form gegeben. Viele Komponisten haben sie seither ebenso zeitlos vertont. Nur zwei seien genannt: Heinrich Schütz und Felix Mendelssohn Bartholdy. Letztere haben wir für unseren kleinen Chor bearbeitet. Wir werden sie am Volkstrauertag im Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Kirche St. Bernhardt singen. Ebenso den Wunsch, dass „Gott zum Schutze über uns sein göttliches Gewand ausbreiten möge“.

Wenn wir nach dem Gottesdienst vor der Kirche mit den Gemeindemitgliedern der Gefallenen gedenken, werden wir gemeinsam den Kanon „Dona nobis pacem“ singen, den viele für eines der letzten Werke Mozarts halten. Er könnte es sein, ist seine Musik doch so eindringlich wie das „Requiem aeternam dona eis domine“ aus der nicht vollendeten Totenmesse: „Schenke ihnen ewige Ruhe“. Dieses gemeinsame Singen vor der Kirche ist der Höhepunkt der Gedenkfeier, vereint es doch alle Anwesenden nicht nur musikalisch in der gemeinsamen Bitte: „Verleih uns Frieden gnädiglich“.