Foto: Jörg Sanzenbacher
Mit einem zugespitzten Buchtitel möchte der Wirtschaftswissenschaftler Daniel Fuhrhop darauf aufmerksam machen, dass „Bauen, Bauen, Bauen“ bis jetzt nicht zu mehr bezahlbarem Wohnraum geführt hat, z.B. beim Bauboom 2020 mit 300.000 Wohnungen.
Fuhrhop sieht folgende Gründer für die Fehlentwicklung:
KAPITALANLAGE:
Wohnungen sind eine interessante Kapitalanlage. Eine Investitionsschwemme bewirkt die Verdrängung von Menschen, weil Wohnungen wohlhabender Menschen als Zweit-, Dritt- oder Viertwohnung die meiste Zeit leer stehen.
BAUEN IST UNSOZIAL:
In attraktiven Wohnvierteln wohnt zugespitzt gesagt nur noch das Geld.
WITWENSTRAẞEN:
In sogenannten „Witwenstraßen“ wird Wohnraum ineffizient genutzt. Meist würden ältere alleinstehende Menschen gerne den viel zu großen Wohnraum teilen oder tauschen. Allerdings ist das mit emotionalen, finanziellen und praktischen Hürden verbunden.
Diese LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN sieht Fuhrhop:
1. Residenzpflicht für Reiche
2. Zweckentfremdungsverbot
3. Unterstützung beim Umbau von großen Wohnungen/Häusern in mehrere Wohneinheiten
4. Unterstütung bei Wohnungstausch
5. Vermittlung und Unterstützung von Kleinvermietern bei der Vermietung
Ein Beitrag dazu kann bei Deutschlandfunk Kultur nachgehört werden:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/daniel-fuhrhop-verbietet-das-bauen-was-hilft-wirklich-gegen-wohnungsnot-100.html
Leider wurde unser Zweckentfremdungsverbot auf Antrag der CDU-Fraktion am 15.12.25 mit 19:18 Stimmen gekippt. Diese Mehrheit kam nur zustande, weil ein Stadtrat von WIR/Sportplätze erhalten krankheitshalber nicht an der Sitzung teilnehmen konnte. Die Mieten für Neubauten liegen um 20 Euro/m²; da kann man nicht von bezahlbarem Wohnraum sprechen.

