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Friedensbündnis Esslingen

Rabbiner Jeremy Milgrom in Esslingen

Foto: L. Kuhn

Rabbiner Jeremy Milgrom aus Israel schilderte auf Einladung des Friedensbündnisses Esslingen die Lage in Israel und Palästina. Er ist Mitbegründer der Rabbiner für Menschenrechte. Nach dem Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023 mit 1.200 Toten und 250 verschleppten Geiseln war der Schock in der jüdisch-israelischen Gesellschaft tief. In dieser spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Mit dem mörderischen Anschlag ist die Illusion der Sicherheit zerbrochen. Es entwickelte sich ein Judaismus der Vergeltung und Rache. Bei den zur Wahl stehenden Parteien ist das Zusammenleben mit den Palästinensern und eine Zweistaatenlösung kein Thema. Extreme rechtsradikale Politiker bestimmen die Wahrnehmung, man müsse Palästinenser vertreiben oder töten, wie die Amalekiter oder die Nazis. Mit diesen werden die Palästinenser als Feinde geleichgesetzt. Positive Entwicklungen sah Milgrom vor allem außerhalb Israels. Auch eine Mehrheit der jüdischen Bevölkerung, gerade der unter Vierzigjährigen hat den muslimischen Bürgermeisters von New York gewählt. In den USA nimmt er eine Entwicklung bei jüngeren Juden wahr, die die Zukunft des Judaismus nicht mehr mit dem Staat Israel verbinden.

Für ein Zusammenleben in Israel/Palästina zwischen Israelis und Palästinensern braucht es die Anerkennung aller als Menschen mit den gleichen Rechten. Israelis, die dies vertreten, sollten in Deutschland verstärkt eingeladen und unterstützt werden, ebenso wie Organisationen, in denen Palästinenser und Israelis sich in gegenseitigem Respekt auf Augenhöhe für ein Zusammenleben engagieren, wie Neve Shalom, Parents Circle, Combatants for peace und die israelische Menschenrechtsorganisation B´tselem.