Foto: StudioVlayStreeruwitz/Carla Lo
1927 zeigte Stuttgart auf dem Weissenhof, wie das Wohnen der Zukunft aussehen sollte. Le Corbusier ließ Betten tagsüber in Schränken verschwinden, Schiebewände machten aus dem Wohnraum nachts Schlafkabinen. Die Wohnung als clevere Maschine.
Hundert Jahre später schaut die Internationale Bauausstellung IBA’27 vor allem auf das, was zwischen den Häusern passiert: auf Plätzen, in Gärten, im Treppenhaus. Ausstellungsort ist die ganze Region. Aus dem IBA-Umfeld hört man, Esslingen sei darin die schönste Stadt. Wir widersprechen nicht.
Eines der IBA-Projekte liegt in Hohenkreuz: das Tobias-Mayer-Quartier. Geplant mit viel Beteiligung und einem großen Architekturwettbewerb, in der Mitte ein Gartenfeld, das allen offensteht. Und gebaut von der städtischen EWB gemeinsam mit einer Initiative aus der Zivilgesellschaft: AlWo1, das selbstverwaltet dauerhaft bezahlbare Mietwohnungen schafft. Profis und Ehrenamtliche an einem Tisch – das könnte eine Blaupause für andere Quartiere werden.
Was dabei entsteht, wissen Vereine seit jeher: Wer miteinander redet, versteht sich besser. Wer im Gespräch bleibt, ist seltener allein. Vielleicht ist das die eigentliche Bauinnovation unserer Zeit. Ganz ohne Schiebewand.

