Foto: Brigitta Öztan
Die große Stallscheune (Klosterallee 20) in Esslingen-Weil wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als Schafstall gebaut und 1817, als König Wilhelm I. das Araber-Gestüt in Weil gründete, zu einem Stutenstall umgebaut. Daneben, Klosterallee 16, ist das steinerne Marstallgebäude.
Im 20. Jahrhundert wurde die ganze Anlage verlassen und verkauft. Vor Stallscheune und Marstall wurde ein mehrstöckiger Plattenbau gesetzt, Klosterallee 14, der die Sicht auf den ehemaligen Hofraum verhindert.
Auf der bislang weitgehend ungenutzten Fläche hinter dem Neckarcenter und um den Schafstall herum könnte neuer, hochwertiger Wohnraum entstehen. Diese Chance sollte aus Sicht des Bürgerausschusses genutzt werden.
Der historische Schafstall steht jedoch einer Weiterentwicklung des Geländes im Weg. Das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich in privater Hand und in einem zunehmend schlechten Zustand (Foto). Es ist ein Fachwerkgebäude mit über 200 Jahre alten Materialien und einem riesigen Dach. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist dieser Zustand unbefriedigend. Lost Place oder Schandfleck?
Der Vorschlag des Bürgerausschusses eines Abrisses mit identischem Wiederaufbau und neuer Nutzung wird von der Denkmalbehörde abgelehnt. Möglich ist laut Denkmalamt ausschließlich eine umfangreiche Sanierung und dann ein Ausbau des bestehenden Gebäudes, allerdings mit erheblichem (finanziellen) Aufwand.
Der Bürgerausschuss möchte, dass zeitnah gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung gesucht wird, die den historischen Bestand berücksichtigt und zugleich die Entwicklung des Areals ermöglicht. Weil braucht nämlich beides.
Jetzt ist es an Eigentümern und Denkmalbehörde, gemeinsam den Weg dafür freizumachen.

