Foto: Michael Rohn
Sonntag, 20.09. Erster Gottesdienst nach den Sommerferien. Gleich zu Beginn seiner Predigt konstatiert Pfarrer Jon André Søvde, man könne aus dem Urlaub zurückkommen, die Koffer auspacken, die Waschmaschine laufen lassen, wieder arbeiten gehen – und trotzdem innerlich weit weg sein. „Weit weg von Gott. Vielleicht ist deshalb ein Wort wichtig, das in unserer Zeit fast ein bisschen altmodisch klingt: Umkehr. In der Bibel ist das ein ganz großes Wort.“
Jesus habe seine Verkündigung mit dem Ruf ‚Kehrt um und glaubt an das Evangelium!‘ begonnen. „Umkehr“, so Søvde, „bedeutet nicht, dass wir erst unser Leben in Ordnung bringen und anschließend zu Jesus kommen. Umkehr bedeutet: Mit dem, was wirklich da ist, zu Jesus kommen. Mit der Freude. Mit der Schuld. Mit der Angst. Mit der Enttäuschung. Mit dem Zweifel. Mit dem, was gelungen ist. Und mit dem, wofür wir uns schämen.“
Denn das Evangelium sei nicht zuerst eine ‚Moral. „Es ist eine Nachricht. Etwas ist geschehen. Jesus Christus ist gekommen. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden. Er hat unter uns gelebt. Er hat unsere Schuld getragen. Er ist am Kreuz gestorben. Und am dritten Tag hat Gott ihn von den Toten auferweckt. Das Grab ist leer. Jesus lebt.“ Deshalb gebe es Hoffnung für Sünder. Hoffnung für Gescheiterte. Hoffnung für Zweifelnde. Hoffnung für Sterbende. „Hoffnung für uns.“ Und deshalb sei Umkehr keine traurige religiöse Strafübung. „Umkehr bedeutet: Ich höre auf, vor Jesus wegzulaufen. Ich komme zurück.“

