Foto: Team Münsterspaziergänge
Die Klosetrkirche St. Paul ist gebaut, das Kloster auf der zum Neckar hin erweiterten Fläche ebenfalls. Rund um den Kreuzgang gruppieren sich die Klostergebäude und in den Jahren des 13. und 14. Jahrhundert blüht das Kloster auf. Die Brüder werden ob ihrer Predigten gelobt. Das Provinzkapitel tagt mehrfach in Esslingen. Aber auch die Strenge der Klosterregel gerät zusehends in Vergessenheit. In der Mkitte des 15. Jh. bittet die Stadt Esslingen um eine Reform des Konvents. Diese erfolgt dann bis etwa 1450 und im Anschluss daran wird der Laienraum westlich des Lettners ebenfalls eingewölbt. Esslinger Bürger, die Zünfte und die Schützengilde spenden reichlich und zum Lohn dürfen sie die zehn Schlusssteine in den Seitenschiffen und zwei der großen Schlusssteine im Mittelschiff gestalten. Beim Einbau der Wölbung werden die Wandmalereien abgedeckt, sodass wir heute nur noch Reste über den westlichen Zwickeln sehen können. Führungen dort oben sind jedoch nicht erlaubt.
Dann beginnt 1517 die Reformation des christlichen Glaubens. Luther veröffentlicht die Thesen zum Ablasshandel und überall in Deutschland – aber noch nicht in Esslingen – wenden sich die Menschen dem neuen Glauben zu. In Esslingen dauert es noch bis 1531. Erst dann entscheidet sich die Reichsstadt gegen den Kaiser und schließt die Klöster, verbietet den katholischen Gottesdienst und versammelt alle Mönche im Franziskanerkloster. Der Prior der Prediger flieht aus der Stadt nicht ohne das Siegel, den Besitznachweis des einst armen Konvents. Das Kloster wird 1564 an den Spital verkauft, die Kirche verfällt.
Erst 1806 entsteht wieder eine katholische Gemeinde, die 1860 die Kirche zurückkaufen kann.

