Foto: Markus Binder / A4F Esslingen
Im Februar 2025 gewannen die Büros Octagon und Studiofutura den städtebaulichen Wettbewerb zum Hochschulcampus an der Flandernstraße mit einem revolutionären Entwurf. Er sieht vor, die vorhandenen Gebäude fast vollständig zu erhalten und auch die bestehenden Grünflächen unangetastet zu lassen, wenn das Areal in ein Wohngebiet umgewandelt wird. Sämtliche Fraktionen des Gemeinderats zeigten sich damals begeistert von dem wegweisenden Konzept, das klimaschädliche Abriss- und Ersatzbaumaßnahmen vermeidet und verantwortungsvoll mit wertvollen Ressourcen umgeht.
Anderthalb Jahre später hat die Stadtverwaltung nun einen sogenannten Rahmenplan vorgelegt, der definiert, wie es konkret weitergehen soll. Er übernimmt zwar den Grundgedanken des Wettbewerbsentwurfs, zeigt sich aber weitaus weniger konsequent in Sachen Bestandserhalt. So sollen zum Beispiel das bestehende Parkdeck und die Sporthalle mit ihren Nebenräumen ganz oder teilweise abgebrochen werden. Ganz generell soll der Erhalt der einzelnen Gebäude „flexibel gehandhabt“ werden und sich an der Wirtschaftlichkeit orientieren – was auch immer damit konkret gemeint ist. Ob die Ziele des wegweisenden Entwurfs tatsächlich erreicht werden, ist also noch völlig offen. Entscheiden wird es sich daran, wie konsequent die Stadt bei den nun anstehenden Verhandlungen mit potenziellen Bauträgern an den bisherigen Planungszielen festhält und nach welchen Kriterien über den Umgang mit den einzelnen Gebäuden entschieden wird.
Diese und weitere Aspekte haben wir in einer Stellungnahme an Stadtverwaltung und Gemeinderat herausgearbeitet. Wer sie lesen möchte, kann sie gerne per Mail an esslingen@architects4future.de bei uns anfordern.

