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Villa Merkel - Galerie der Stadt Esslingen

Kulturdenkmal in experimenteller Bauweise

Foto: Villa Merkel

Die Villa Merkel wurde 1872/73 für den Unternehmer Oskar Merkel und seine Familie nach Plänen des Stuttgarter Architekten Otto Tafel erbaut. Als Wohnhaus der Familie Merkel, deren Unternehmen „Merkel & Kienlin“ zu den bedeutendsten der württembergischen Textilindustrie gehörte, war sie Ausdruck von Wohlstand, Innovationsgeist und technischem Fortschritt. Seit 1973 dient die Villa als Galerie der Stadt Esslingen und präsentiert zeitgenössische Kunst sowie Werke aus der Graphischen Sammlung in wechselnden Ausstellungen.

 

Äußerlich zeigt sie sich im Stil der Neorenaissance und erinnert an italienische Villen. Hinter der historischen Fassade verbirgt sich jedoch eine für ihre Zeit revolutionäre Bauweise: Die Villa gilt als das erste repräsentative Wohnhaus Deutschlands, das vollständig aus Stampfbeton errichtet wurde.

 

Mit seiner Entscheidung für den damals noch jungen Baustoff Beton erwies sich Oskar Merkel als Pionier, der die modernste Bautechnik ihrer Zeit konsequent und zukunftsweisend einsetzte. Neben dem innovativen Baustoff kamen auch Methoden der seriellen Fertigung, fortschrittliche Konzepte der Wärmesteuerung sowie weitere technische Neuerungen zum Einsatz. Vorgefertigte Betonelemente ersetzten zahlreiche Gesimse und Verzierungen aus Naturstein und eröffneten neue konstruktive und gestalterische Möglichkeiten. Die Villa vereint eine Vielzahl von Besonderheiten, die sie zu einem außergewöhnlichen Zeugnis des Bauens im späten 19. Jahrhundert machen.

 

Mehr über die Geschichte und Architektur der Villa Merkel erfahrt ihr beim Tag des offenen Denkmals am 13. September oder bei unseren architekturpädagogischen Angeboten. Informationen unter: villa-merkel@esslingen.de