Foto: Michael Rohn
Predigt im Tandem: Am 12.07. stand Israel im Fokus von zwei Predigten. Zunächst sprach Pfarrer i.R. Thomas Auerswald über die Verse 6-12 im 5. Buch Mose, Kapitel 7. Besonders zu erwähnen: seine Ausführungen zu dem Adjektiv ‚heilig‘. Ausgangspunkt war Vers 6: „…du (Israel) bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern….“
„Die und heilig?“, so würden sich viele entrüstet fragen. Sie hätten doch auf dem Weg durch die Wüste gegen Gott gemurrt und gemeutert. „Sie hatten sich über die Verpflegung beschwert, und als Mose ein paar Tage auf dem Berg war, hatten sie ein Götzenbild aufgestellt!“ Insofern seien die Israeliten, so Auerswald, „weder besonders brav noch vorbildlich“ gewesen. Und dennoch: „…du (Israel) bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott.“ Ja – denn ‚heilig‘ sei kein Qualitätsbegriff. Heilig stehe nicht für ‚glaubensstark‘ oder ‚moralisch vollkommen‘. „‘Heilig‘ bezeichnet ein Eigentumsverhältnis“.
‚Heilig` sei demnach alles, was Gott gehöre. Und warum wurde Israel zum „Volk des Eigentums“? Antwort: „Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat.“ (Vers 7-8) Weil er das Volk GELIEBT habe – „das ist eine überzeugende Begründung“, so Auerswald. (Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe)

