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B90/Die Grünen Sebastian Schäfer berichtet

Von Esslingen in die Ukraine und zurück

Foto: Büro Sebastian Schäfer MdB

Die Solidarität mit der Ukraine ist auch in Esslingen spürbar: Seit 2023 gibt es eine Solidaritätspartnerschaft mit der Stadt Kamianets-Podilskyi – kürzlich waren deren stellvertretende Bürgermeister bei der Schwörzeremonie zu Gast.

Vergangene Woche war ich mit Bundestagskollege Andreas Schwarz (SPD) zum dritten Mal seit Kriegsbeginn in Kyjiw. Nur einen Tag nach unserer Abreise wurde die Stadt erneut massiv angegriffen – auch wir mussten Stunden in Schutzräumen verbringen. Das lässt nur ansatzweise erahnen, welche Belastung der Raketenterror für die Menschen dort bedeutet, die damit permanent konfrontiert sind.

Beeindruckt hat mich die Entschlossenheit, mit der Menschen trotz Luftalarm und Angriffen auf die Energieinfrastruktur ihren Alltag meistern. Im vergangenen Winter waren Millionen zeitweise ohne Heizung, Strom oder Wasser – der kommende könnte härter werden.

Bei Gesprächen mit dem UN-Menschenrechtsbüro und der Rada wurde die Dramatik deutlich: Seit Kriegsbeginn wurden über 50.000 Zivilistinnen und Zivilisten getötet oder verletzt, darunter mehr als 3.000 Kinder. Dokumentiert sind zudem Folter, sexualisierte Gewalt und das Verschwindenlassen von Menschen in russischer Haft. Dazu kommen hunderttausende getötete oder verletzte Soldaten – die vielen Fahnen auf Friedhöfen kleiner Dörfer lassen erahnen, was Menschen erleiden.

Die Menschen in der Ukraine brauchen vor allem unsere Verlässlichkeit – beim Schutz vor Luftangriffen, beim Wiederaufbau der Energieanlagen und bei der Vorbereitung auf den härtesten Kriegswinter. Unsere Unterstützung darf jetzt nicht nachlassen. Die Solidarität in Esslingen zeigt: Die Menschen kämpfen für Freiheit, Demokratie und Frieden nicht allein.