Foto: FDP ES
Eine Stadt lebt nicht allein von ihren Straßen, Gebäuden oder Finanzen. Sie lebt vor allem von den Menschen, die sie gestalten. Von ihrer Kreativität, ihrem Engagement und ihrer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Doch dafür braucht es eines: Vertrauen.
Nicht jede ungewöhnliche Idee muss sofort reglementiert werden. Nicht jede Eigeninitiative braucht eine Genehmigung. Nicht jedes Verhalten, das vom Gewohnten abweicht, muss unmittelbar ordnungsrechtlich bewertet werden. Eine lebendige Stadt entsteht dort, wo Menschen ausprobieren dürfen, wo kleine Fehler akzeptiert werden und wo der Staat nicht jede Lücke mit einer Vorschrift füllt.
Liberales Denken bedeutet nicht Beliebigkeit. Es bedeutet, den Menschen zunächst einmal etwas zuzutrauen. Freiheit ist kein Risiko, das möglichst klein gehalten werden muss, sondern die Voraussetzung für Innovation, Ehrenamt, Nachbarschaft und gesellschaftliches Engagement.
Natürlich braucht jede Stadt Regeln. Sie sorgen für Sicherheit und ein gutes Miteinander. Entscheidend ist jedoch, wie diese Regeln angewendet werden. Steht das Ermöglichen im Vordergrund – oder das Verhindern? Wird nach Lösungen gesucht – oder nach Gründen, warum etwas nicht geht?
Eine Verwaltung sollte Partner der BürgerInnen sein, nicht ihr ständiger Kontrolleur.
Esslingen braucht deshalb nicht nur gute Haushaltszahlen oder attraktive Plätze. Esslingen braucht einen Geist der Offenheit, der Menschen ermutigt statt entmutigt. Der Freiräume schafft statt sie immer weiter einzuengen.
Denn eine freiheitliche Stadt erkennt man nicht daran, wie viele Vorschriften sie erlässt. Man erkennt sie daran, wie viel Vertrauen sie ihren Bürgerinnen und Bürgern entgegenbringt.

