Foto: (c) ADFC/Deckbar
Vor zwei Wochen hat das Bundesverkehrsministerium eine Zwischenevaluation zum Nationalen Radverkehrsplan 3.0 (NRVP) veröffentlicht. Die Bundesregierung hatte sich vorgenommen, die per Rad zurückgelegten Kilometer bis 2030 zu verdoppeln und flächendeckend im ganzen Land für attraktive und sichere Radwegenetze zu sorgen. Die Halbzeitbilanz ist jedoch ernüchternd. ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann kommentiert:
„Vertrauen in Demokratie und politisches Handeln entsteht, wenn Ziele und Pläne verlässlich umgesetzt werden. Beim Nationalen Radverkehrsplan allerdings riskiert die Bundesregierung dieses Vertrauen. Sie stellt Dinge in Aussicht, die sie bislang nicht einlöst. Angekündigt waren flächendeckende und sichere Radwegenetze in den Städten und auf dem Land. Gekommen ist ein Flickenteppich aus vereinzelten Radwegeprojekten, aber kein verbindlicher Umsetzungsplan und keine langfristig verlässliche Finanzierung für ein zusammenhängendes Netz. Die Menschen merken das täglich auf der Straße. Stress, Frustration und Unfallzahlen steigen, weil Radfahrende auf unzureichend ausgebauten Wegen unterwegs sein müssen. Wir sind alarmiert vom schwachen Umsetzungsstand des NRVP und fordern einen Bund-Länder-Vertrag sowie eine verlässlich finanzierte Fahrradmilliarde vom Bund, um ein sicheres und gut ausgebautes Alltags-Radnetz in Deutschland endlich verbindlich voranzubringen. Zufriedene Verkehrsteilnehmer stärken das Vertrauen in die Demokratie – und das muss für die Nutzerinnen und Nutzer aller Verkehrsmittel gelten.“
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit rund 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung für Radfahrende in Deutschland und weltweit.

