Foto: Wilhelm Geyer, Photo: Team Münsterspaziergänge
Themenspaziergang am 21.6.2026 (Sommersonnwende). Trotz der Hitze – oder etwa wegen der Hitze, denn im Münster war es angenehm kühl – hatten sich zehn Interessierte nicht davon abhalten lassen der spannenden Ausschreibung zu folgen. Zuerst eine sehr kurze Übersicht zur Geschichte des Esslinger Dominikanerklosters und seiner Kirche und der Entwicklung der Gotik. Mit dem Wunsch von Abt Suger: „Dies sei mir ein Licht” begann der Ersatz gemauerter Wände durch Wände aus leuchtendem Glas in St. Denis.
Dann ein Exkurs: Glas ist einer der ältesten, wenn nicht der älteste von Menschen hergestellte Stoff. Die anderen Werkstoffe waren Namensgeber für Epochen, denken wir an die Kupfer oder Bronzezeit. Warum eigentlich keine Glaszeit? Weil sich das menschengemachte Glas nicht als Waffe eignete und das natürlich vorkommende, der Obsidian, wohl nicht häufig genug zur Verfügung stand.
Plinius beschreibt die Legende der Entdeckung der Glasherstellung. Über Jahrhunderte wurde diese Kunstfertigkeit weiter entwickelt, vom trüben ersten Glas über klares Glas zum leuchtenden Gelb und Rot, für die Silber und Gold verwendet wurden. Die Rezepte blieben geheim.
Von der Glasherstellung zu den Fenstern in Kirchen ging die Exkursion und hier zu den Fenstern in unserem Münster. Was können wir erkennen? Wie ist das Erkennbare erklärbar? Von den christlichen Tugenden und den sieben Schmerzen Mariens über nicht figürliche Fenster zum Stammbaum der Dominikaner und den Briefen des Paulus ist der Bogen gespannt. Auch wenn nicht alle Details besprochen wurden, dies sei weiteren Spaziergängen vorbehalten, verließen die Mitspaziergänger:innen doch das kühle Münster nach einer interessanten Führung.

