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Liederkranz Eintracht Serach-Hohenkreuz e.V.

Tot macht erfinderisch

Foto: Tim Reckmann/pixelio.de

Muss natürlich „Not“ heißen, aber wer liest es dann noch? 86 Milliarden Nervenzellen hat unser Gehirn und damit unendlich viel mehr Verfügungsmasse als wir Sänger mit 24 Tönen in 2 Oktaven. Einige mag ich mehr als andere, was damit zusammenhängt, dass wir Männer Ü70 zwar noch gerne singen, aber nicht mehr jeden Ton gleich gerne, falls wir ihn denn erreichen. Wie sich in solchen Fällen die Zahl der Nervenzellen aufteilt, wage ich nicht zu denken, geschweige denn zu sagen. Ob sauber gesungene Lieblingstöne über mehr Nervenzellen verfügen dürfen als unaufmerksam intonierte Stimmereignisse, wer weiß das schon? Ist ja auch nicht so wichtig, finde ich.

In einer Vielzahl erlebter Konzerte unterschiedlicher Männerchöre machte ich folgende Erfahrungen: Der Genuss und mit ihm der Spaß hing nie von der Zahl der singenden Tenöre und Bässe ab. Das änderte sich auch nicht, nachdem aus der Losgröße 50 für „große Männerchöre“ die 25 geworden war. Was mir freilich auffiel: Trotz mathematisch halber Kraft sangen die halb so viel Kerle immer noch mit gleicher Lautstärke, was ihren Stimmen sicher nicht geschadet, aber eben auch nicht gutgetan hat. Manche Chöre halten diese Lautstärke sogar vom ersten bis zum letzten Stück durch, vermutlich als Zeichen ungetrübter Existenzbejahung.

Unsere Eintracht Serach-Hohenkreuz hat in den letzten Jahren auf jede Veränderung reagiert, sowohl stimmlich wie rein zahlenmäßig. Es gibt so viele unterschiedliche Lieder, Texte, Chorsätze und Singformen, dass eigentlich für jedes Alter, jede Gruppengröße und jede Mentalität etwas dabei ist. Das zu finden ist Aufgabe des Chorleiters. Unsere nächste Singstunde ist am 8. Mai um 19.30 in der Mensa der Seewiesenschule.