Foto: Collage Seckinger
Die Plakatierung für dieses Konzert des ORA am kommenden Palmsonntag in der Stadtkirche brachte es ans Licht: der Name Scarlatti und das Werk Johannespassion sind in dieser Kombination nur wenigen geläufig. Chor und Orchester haben sich das Werk und die Klangfülle in einer Weise erarbeitet, die aufhorchen lassen. Ist es doch dem künstl. Leiter Tobias Flick gelungen, seine Begeisterung und die ganze Sympathie für dieses Werk auf beide Abteilungen zu übertragen
Zum Inhalt: Mit seiner Passio D.N. Jesu Christi secundum Johannem – Johannespassion – schuf Alessandro Scarlatti ein Werk, das bereits bei der Uraufführung 1860 in Rom als stilistisch “alt” aufgenommen wurde.Seine gezielte Absicht war, eine historisierende Version der Leidensgeschichte Jesu zu schreiben, die sich besonders gut für den liturgischen Gebrauch eignete. Scarlatti verstand sich eigentlich als ein Opernkomponist, wurde jedoch durch das Verbot von öffentlichen Opernaufführungen des Papstes Innozenz XI. derart angestachelt, sein ganzes dramatisches Können in diese Komposition einzubringen. Entstanden ist ein Werk, das die Passionsgeschichte äusserst plastisch, dramatisch und emotional ergreifend nacherzählt. Der Verzicht Scarlattis auf kontemplative Ergänzungen wie Arien oder Choräle macht das Einfügen von ausgewählten Responsorien, die Scarlatti speziell für die Karwoche geschrieben hat, erforderlich
Die Zuhörer erwartet ein Konzert, das durch die Verpflichtung namhafter Solisten wie z.B. Sarah Hudarew für die Rolle des Testo begeistert. Darüber hinaus konnten Volker Spiegel als Jesus und Ophelia Werner als Pilatus gewonnen werden. Weitere solistische Einlagen konnten aus den Reihen des Chores abgedeckt werden

