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Allgem. Deutscher Fahrrad-Club ES

Gute Argumente: Kennzeichenpflicht?

Foto: ADFC

Für E-Bikes und Pedelecs, die schneller als 25km/h fahren, ist ein Kennzeichen soweiso Pflicht. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen gilt gegenseitige Rücksichtnahme. Vieles spricht gegen die Kennzeichenpflicht:

Wohin damit am Fahrrad? Fallen Mountainbikes und Rennräder als Sportgeräte, die oft außerhalb des öffentlichen Straßenraums genutzt werden, unter dieselben Regelungen wie für Lastenfahrräder? Und die Beleuchtung?

Für die mehr als 80 Millionen Fahrräder in Deutschland wäre eine eigene Behörde erforderlich – die Auslastung der Kfz-Meldestellen ohnehin schon überschritten. Und der bürokratische Aufwand für Ummeldungen bei Besitzer*innenwechsel, was bei Fahrrädern aufgrund ihres eher geringen Materialwerts zum Beispiel auf Flohmärkten oder Privatverkäufen öfters passiert.

Kennzeichenpflicht und begleitendes Meldewesen wären erhebliche Hemmnisse beim Erreichen des politisch verankerten Ziels, mehr Menschen aufs Rad zu bringen. Außerdem: Radfahren lernen viele Menschen schon mit drei Jahren. Aber ab wann soll diese Kennzeichenpflicht gelten?

Bei den meisten Verkehrsvergehen in Deutschland sind Fahrer*in, nicht Fahrzeughalter*in in der rechtlichen Verantwortung. Es bräuchte also immer zumindest einen Fotobeweis – bei behelmten Menschen schwierig, oder? 

Eine Kennzeichenpflicht würde das Fahrradfahren kompliziert machen und viele Menschen vom Radfahren abhalten. Im Gegensatz zu schweren Autos mit Knautschzone bergen Radfahrende ein deutlich geringeres Gefahrenpotenzial. Brauchen Fußgänger*innen dann konsequenterweise auch ein Nummernschild, damit sie bei Rotlichtverstößen bestraft werden können?

Fazit: Kennzeichen am Fahrrad sind viel Arbeit und haben keinen Nutzen.