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Dass der Philharmonische Chor Esslingen am 21. Juni ab 19 Uhr in der Esslinger Frauenkirche nicht nur den kalendarischen Sommerbeginn, sondern gleich die ganze „Schöpfung“ besingt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Wo waren wir stehen geblieben? Bei der Frage „Was macht eigentlich der Chor in Haydns Oratorium?“
Nachdem er die bösen Geister mal eben in die Dunkelheit gejagt und damit den Weg für die neue Welt frei gemacht hat, wird nur noch gejubelt über die großen Taten Gottes –Schritt für Schritt, Tag für Tag, z.B. „Laut ertönt aus ihren Kehlen des Schöpfers Lob, das Lob des zweiten Tags“. Da geht´s um Wasser und Land, um helle Bäche bis hin zum ungestümen Meer; um Gras, Kräuter, Obst, um Flur, Hain und Wald. Grund genug für die himmlischen Heerscharen, erneut zu jubeln
„Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier lasst Euren Lobgesang erschallen!“ Endlich wird´s hell, Lichter am Himmel, Sonne, Mond und Sterne, Grund genug für einen der bekanntesten Chöre aus der „Schöpfung“: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, natürlich mit einer riesigen Fuge. Ohne Fugen geht gar nichts. Die gehören zu jedem Lobpreis wie das Amen in der Kirche. Von den Solisten wird immer zusammengefasst, bevor der Chor einfällt mit seinen Lobpreisungen. Und schon sind wir im zweiten Teil des Oratoriums. Ab jetzt wird´s tierisch und schließlich menschlich.
Bisher waren es eigentlich ja immer die Engel, die da jubelten; denn den Menschen gab´s ja genau genommen noch nicht. Erst am Ende des dritten Teils dürfen die Menschen mitjubeln, besonders im Schlusschor „Singt dem Herren alle Stimmen! … Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit. Amen.“ Womit der heutige chorische Schöpfungsbericht beendet wäre.

